Das Funktionsprinzip
Ein Thulium-Faserlaser ist ein Festkörperlaser, dessen verstärkendes Medium eine mit Thulium-Ionen dotierte Glasfaser ist. Pumpdioden führen optische Energie zu und regen die Ionen an. Beim Übergang in einen niedrigeren Energiezustand kann Laserlicht im Bereich um 2 µm entstehen.
Aktive Faser, Pumpkombinierer, Faser-Bragg-Gitter und Ausgang bilden das optische System. Die Gitter wirken als Resonatorspiegel, sorgen für die optische Rückkopplung und bestimmen die Wellenlänge mit. Eine monolithische Faserarchitektur verbindet die Komponenten direkt und reduziert freie Strahlwege sowie den Justageaufwand.

Warum der Bereich um 2 µm relevant ist
Kunststoffe, organische Materialien und wasserhaltige Medien absorbieren Licht um 2 µm anders als bei der verbreiteten Wellenlänge von 1 µm. Je nach Material kann dies die Energieeinkopplung und Prozessführung in industriellen, medizinischen und wissenschaftlichen Anwendungen verbessern.
Hochleistungssysteme in diesem Spektralbereich stellen zugleich besondere Anforderungen an optische Komponenten und das Wärmemanagement. Die Laserarchitektur ist deshalb ein wichtiger Faktor für einen stabilen Betrieb.
Hochleistungsoszillator oder MOPA?
MOPA steht für Master Oscillator Power Amplifier. Ein Seed-Laser erzeugt zunächst ein schwaches Signal, das in einer oder mehreren nachfolgenden Stufen verstärkt wird. Diese Architektur kann für spezielle Pulsformen, ultrakurze Pulse oder besondere Modulationsanforderungen sinnvoll sein.
Futonics erzeugt die hohe Ausgangsleistung dagegen direkt im Resonator. Der Hochleistungsoszillator benötigt weder eine separate Seed-Stufe noch einen nachgeschalteten Leistungsverstärker. Das vereinfacht den optischen Aufbau und unterstützt einen robusten Betrieb im Bereich um 2 µm.
Vorteile des Oszillatorkonzepts
Der Verzicht auf separate Verstärkerstufen reduziert die Anzahl optischer Komponenten und möglicher Verlust- oder Fehlerquellen. Empfindliche Seed- und Verstärkerstufen, die auf Rückreflexionen, verstärkte spontane Emission und parasitäre Schwingungen reagieren können, entfallen.
Weniger Stufen bedeuten auch weniger thermisch kritische Bereiche und geringere Verstärkungsdrift. Zusammen mit einem passenden Resonatordesign unterstützt dies Effizienz, thermische Stabilität und einen zuverlässigen Dauerbetrieb.
- Einfachere, monolithische optische Architektur
- Weniger interne Verlustquellen
- Robustheit gegenüber Rückreflexionen
- Stabile Betriebsbedingungen bei hoher Leistung
Faser-Bragg-Gitter von Futonics
Faser-Bragg-Gitter (FBGs) bilden präzise Spiegel innerhalb der Faser. Ihre Stabilität ist für den Resonator entscheidend: Lokale Erwärmung kann die Bragg-Wellenlänge verschieben und die Langzeitzuverlässigkeit beeinträchtigen.
Futonics hat einen eigenen FBG-Prozess für Hochleistungsoszillatoren entwickelt. Laut Futonics zeigen die so hergestellten Gitter auch bei sehr hohen Laserleistungen keine messbare Erwärmung. Dies unterstützt stabile Resonatorbedingungen im Dauerbetrieb.
Durch die Kontrolle über diesen Prozess kann Futonics kritische Resonatorkomponenten gezielt auf hohe Leistungen im Bereich um 2 µm abstimmen.
Nichtlineare Effekte kontrollieren
Bei hohen optischen Leistungen können stimulierte Brillouin-Streuung (SBS), stimulierte Raman-Streuung (SRS) und Selbstphasenmodulation die Leistungsskalierung und spektrale Stabilität begrenzen.
Das Faser- und Resonatordesign muss diese Effekte berücksichtigen, insbesondere bei Singlemode-Systemen, schmalbandigen Lasern und langen aktiven Fasern. Ziel ist eine reproduzierbare Ausgangsleistung mit kontrollierten spektralen Eigenschaften und hoher Strahlqualität.
Hohe Leistung und hohe Strahlqualität
Ein passend ausgelegter Singlemode-Thulium-Oszillator kann hohe Ausgangsleistung mit sehr guter Strahlqualität verbinden. Strahlausbreitung, Polarisation und spektrales Verhalten sind wichtige Faktoren für präzise Anwendungen.
Die direkte Leistungserzeugung im Resonator vermeidet zusätzliche Verstärkerstufen. Bei hohen Leistungen erfordert dies eine abgestimmte Auslegung des gesamten Faserresonators und seines thermischen Verhaltens.
Typische Anwendungen
Der Wellenlängenbereich um 2 µm eröffnet Möglichkeiten überall dort, wo Materialabsorption und Strahlqualität wichtig sind. Die Eignung hängt vom konkreten Material und Prozess ab.
- Materialbearbeitung, auch an reflektierenden Werkstücken
- Transparente und spezielle Kunststoffe
- Medizinische und biophotonische Anwendungen
- Forschung, Entwicklung und Spektroskopie
Warum Futonics auf Hochleistungsoszillatoren setzt
Futonics verbindet eine monolithische Faserarchitektur mit eigener thermisch stabiler FBG-Technologie. Die hohe Leistung entsteht direkt im Oszillator, bei weniger optischen Stufen und internen Verlustquellen.
Dieser Ansatz bildet eine Plattform für anspruchsvolle industrielle, medizinische und wissenschaftliche Anwendungen um 2 µm, bei denen Zuverlässigkeit, Effizienz und Strahlqualität im Mittelpunkt stehen.
Von der Technologie zur Anwendung
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